Schweizer Justizminister distanziert sich von FPÖ-Inserat

Okt 02
2006

Der Schweizer Justiz- und Polizeiminister (Bundesrat) Christoph Blocher (SVP) hat sich von einem FPÖ-Wahlinserat distanziert, in dem es heißt, er sei “voll auf FPÖ-Kurs”. Blocher sei ohne sein Wissen als Wahlkampfhelfer eingesetzt worden und habe nie ein Einverständnis dafür gegeben, erklärte Blochers Pressesprecher Livio Zanolari am Sonntagvormittag gegenüber der APA.

Nicht informiert. Weder das Justizministerium noch der Minister selbst seien über die FPÖ-Aktion informiert gewesen, wie Zanolari weiter sagte. Blocher distanziere sich von diesen Aktionen und ihrem Inhalt. Die FPÖ sei für ihn kein Vorbild. Der Bundesrat habe nichts mit den Freiheitlichen zu tun und auch ihre Exponenten nie getroffen. Über mögliche rechtliche Konsequenzen für die Freiheitlichen wollte sich Zanolari nicht äußern.

“Dreist”. Die “rechtslastige” FPÖ bemächtigte sich in ihrem Wahlkampf “etwas gar dreist” des Schweizer Ministers (Bundesrats), wie die Presseschau der ”Berner Zeitung” am Samstag schrieb. Blocher habe wegen seiner harten Asylpolitik viele Anhänger in Österreich, heißt es in dem Bericht.

Anzeige. In der am Sonntag im “Kurier” veröffentlichten halbseitigen Anzeige ist ein Bild Blochers zu sehen, versehen mit dem Text: “Der Schweizer Justizminister – voll auf FPÖ-Kurs”. Inhalt des Inserats ist die am vergangenen Sonntag von den Schweizern angenommene Verschärfung des Asylrechts, die maßgeblich von Blocher betrieben worden war und im Inserat “als gutes Vorbild für Österreich” bezeichnet wird.

Oliver Geden: Diskursstrategien im Rechtspopulismus

Sep 27
2006

FPÖ und SVP zwischen Opposition und Regierungsbeteiligung

Rechtspopulistische Parteien betreiben die Wählermobilisierung aus der Opposition heraus häufig mit sehr großem Erfolg. Mündet dies jedoch in Regierungsbeteiligungen auf nationaler Ebene, so lässt der Wählerzuspruch meist schlagartig wieder nach. Oliver Geden rückt mit der Freiheitlichen Partei Österreichs und der Schweizerischen Volkspartei zwei Akteure ins Blickfeld, die den Übergang von Oppositions- zu Regierungsparteien mit höchst unterschiedlichem Erfolg bewältigt haben. Anhand von Medienanalysen sowie von eigens durchgeführten Interviews mit FPÖ- und SVP-Politikern zeichnet der Autor nach, in welcher Weise die inhaltliche Ausgestaltung rechtspopulistischer Politik von strategischen Erwägungen geprägt ist. Dabei wird deutlich, dass die Strukturen und Dynamiken der schweizerischen Politik einer rechtspopulistischen Partei günstigere Rahmenbedingungen für dauerhafte Wahlerfolge bieten als dies in Österreich der Fall ist.

Härtefallkommission gefordert

Sep 26
2006

Neue Zürcher Zeitung, 26. September 2006

Nach der Asylgesetz-Verschärfung Neuauflage eines alten Postulats

Bevor die neuen Bestimmungen des Asylgesetzes in Kraft treten, soll der Zürcher Regierungsrat wieder eine Härtefallkommission einberufen. Dies fordert Urs Grob (sp., Adliswil) in einem am Montag im Kantonsrat eingereichten Postulat. Die am Sonntag genehmigten Verschärfungen des Asylgesetzes berührten humanitär heikle Bereiche unseres Rechtsstaates und könnten zu problematischen Situationen in der Umsetzung führen, lautet die Begründung.

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